{"id":2340,"date":"2025-02-27T11:02:27","date_gmt":"2025-02-27T10:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/slovenski-oktet.si\/novice\/abschied-vom-kuenstlerischen-ehrenleiter-dr-mirko-cuderman\/"},"modified":"2026-10-23T20:11:49","modified_gmt":"2026-10-23T19:11:49","slug":"abschied-vom-kuenstlerischen-ehrenleiter-dr-mirko-cuderman","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/slovenski-oktet.si\/de\/novice\/abschied-vom-kuenstlerischen-ehrenleiter-dr-mirko-cuderman\/","title":{"rendered":"Abschied vom k\u00fcnstlerischen Ehrenleiter Dr. Mirko Cuderman"},"content":{"rendered":"<p>Dr. Mirko Cuderman, slowenischer Dirigent, Chorleiter, Musikwissenschaftler und Priester<\/p>\n<p>* 18. Juli 1930 + 27. Februar 2025<\/p>\n<p>Mit Trauer geben wir bekannt, dass unser musikalischer Vater und Ehrenmitglied des Slovenski oktet, Dr. Mirko Cuderman, zu seinem Sch\u00f6pfer heimgegangen ist. Dr. Cuderman arbeitete als k\u00fcnstlerischer Leiter in den Jahren 2000 &#8211; 2008 mit dem Slovenski oktet zusammen. In seiner langj\u00e4hrigen musikalischen Laufbahn setzte er hohe musikalische Ma\u00dfst\u00e4be und brachte die Musik der Weltmeister nach Ljubljana. F\u00fcr seinen au\u00dferordentlichen Beitrag zur Arbeit des Slovenski oktet ernannte ihn das Ensemble 2010 zum Ehrenmitglied.<\/p>\n<p>Nach dem Abschluss der Theologischen Fakult\u00e4t in Ljubljana studierte er an der Wiener Akademie f\u00fcr Musik und darstellende Kunst sowie an der Philosophischen Fakult\u00e4t, wo er 1960 auch promovierte. Nach seiner R\u00fcckkehr nach Ljubljana war er bis 1970 Regens chori der Kathedrale von Ljubljana. Damals stellte ihn die Slowenische Philharmonie als Archivleiter ein. 1968 gr\u00fcndete er das Consortium musicum, das sich als hochklassiger Amateurchor mehr als drei Jahrzehnte der Auff\u00fchrung von vokal-instrumentaler und A-cappella-Musik widmete. In den Achtzigerjahren \u00fcbernahm er die Stelle des Dirigenten des Kammerchors von RTV Slovenija. In dieser Zeit wurde er auch Dozent f\u00fcr Chorliteratur, Auff\u00fchrungspraxis und Dirigieren an der Musikakademie in Ljubljana. Auf seine Initiative und unter der Schirmherrschaft des Kulturministeriums der Republik Slowenien wurde 1991 der Slowenische Kammerchor (heute Chor der Slowenischen Philharmonie) gegr\u00fcndet, dessen k\u00fcnstlerischer Direktor und Chorleiter er von der Gr\u00fcndung bis zu seiner Pensionierung 2009 war. In den Jahren von 2000 bis 2008 war er k\u00fcnstlerischer Leiter des Slovenski oktet.<br \/>F\u00fcr sein Wirken erhielt er mehrere Preise und Auszeichnungen: den \u017dupan\u010di\u010d-Preis (1993), das Ehrenzeichen der Freiheit der Republik Slowenien (2001), den Verdienstorden (2007), die Gallus-Plakette, die Goldene Plakette des JSKD (2011); au\u00dferdem wurde er der erste Ehrenb\u00fcrger von Preddvor (2012). 2011 drehte RTV Slovenija \u00fcber ihn den Dokumentarfilm Regens Chori, ein Portr\u00e4t von Mirko Cuderman, zu seinem 80. Geburtstag; 2022 erhielt er den Pre\u0161eren-Preis.<\/p>\n<p><img width=\"336\" height=\"436\" src=\"https:\/\/slovenski-oktet.si\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Mirko_Cuderman_BW.webp\" alt=\"Mirko Cuderman BW\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/slovenski-oktet.si\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Mirko_Cuderman_BW.webp 336w, https:\/\/slovenski-oktet.si\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Mirko_Cuderman_BW-231x300.webp 231w\" sizes=\"auto, (max-width: 336px) 100vw, 336px\"><\/p>\n<p><strong>Auszug aus dem Buch von B. Pangerc: Slovenski oktet, Ljubljana, 2007<\/strong><\/p>\n<p>MIRKO CUDERMAN <\/p>\n<p>K\u00fcnstlerischer Leiter des Slovenski oktet seit 2000<\/p>\n<p>Dr. Mirko Cuderman schloss sein Studium an der Theologischen Fakult\u00e4t in Ljubljana ab und promovierte 1960 in Wien an der Universit\u00e4t in Musikwissenschaft. Bis 1970 war er an der Kathedrale von Ljubljana Regens chori, woraufhin er bei der Slowenischen Philharmonie als Archivleiter angestellt wurde. 1968 gr\u00fcndete er den Chor \u201eConsortium musicum\u201c, der sich als hochklassiger Amateurchor seit mehr als drei Jahrzehnten der Auff\u00fchrung von vokal-instrumentaler und reiner Chormusik widmet. In den Achtzigerjahren \u00fcbernahm Dr. Cuderman die Stelle des Dirigenten des \u201eKammerchors von RTV Slovenija\u201c. In dieser Zeit lehrte er an der Musikakademie Chorliteratur, Auff\u00fchrungspraxis und Dirigieren und trug wesentlich zur Gr\u00fcndung der \u201eAbteilung f\u00fcr Kirchenmusik\u201c bei. Auf seine Initiative und unter der Schirmherrschaft des Kulturministeriums wurde 1991 der einzige slowenische Berufschor, der \u201eSlowenische Kammerchor\u201c, gegr\u00fcndet, dessen k\u00fcnstlerischer Direktor und Chorleiter er bis heute ist. <br \/>Dr. Mirko Cuderman erhielt im In- und Ausland mehrere Anerkennungen und Auszeichnungen, 2002 wurde ihm das Ehrenzeichen der Republik Slowenien verliehen.<br \/>Seit 2000 ist er k\u00fcnstlerischer Leiter des Slovenski oktet.<\/p>\n<p><em>Wie sehen Sie die Rolle und Bedeutung des Slovenski oktet heute?<\/em><\/p>\n<p>Genauso wie damals, als es gegr\u00fcndet wurde. Die Hauptaufgabe des Slovenski oktet ist es, das slowenische Lied zu pflegen. Das Oktett hat sich in seinem Wesen nicht ver\u00e4ndert. Die letzte Besetzung \u2013 wir sprechen von jener, die 1996 das Ende der T\u00e4tigkeit des Slovenski oktet ank\u00fcndigte \u2013 hatte sich gewisserma\u00dfen damit abgefunden, dass sie die letzte sein w\u00fcrde, da es nahezu unm\u00f6glich schien, alle acht S\u00e4nger auf einmal zu ersetzen. Und in diesem Stil traten sie auch im Inland in Slowenien, in den Grenzgebieten und auch in den USA auf und pr\u00e4sentierten sich, als w\u00e4ren dies die letzten Auftritte des letzten Slovenski oktet. Doch die Besetzungen im Oktett wechselten immer wieder. Auch mir erschien es schade und unn\u00f6tig, dass man aufh\u00f6ren sollte. Nun, so entstand das neue Slovenski oktet, das aber nicht neu war, sondern nur die Fortsetzung des vorherigen. Auch klanglich strebte das Oktett \u2013 das ich \u00fcbernommen habe \u2013 danach, dem vorherigen \u00e4hnlich zu sein. So ausgepr\u00e4gte und kraftvolle Stimmen waren jedoch nicht gerade ihr Merkmal, daher sah ich in einer solchen Gesangsweise keinen Sinn. Ich habe sie st\u00e4ndig \u201ezur\u00fcckgezogen\u201c, bis wir zu einem kammermusikalischen Klang \u201egelangt\u201c sind, der gerade durch seine Weichheit und Rundheit den Zuh\u00f6rer anspricht.<br \/>In sch\u00f6nster Erinnerung habe ich noch die Auftritte und Konzerte der allerersten Besetzung des Slovenski oktet. Solche S\u00e4nger gab es danach nicht mehr. Sie hatten eine eigenst\u00e4ndige Art der Interpretation, sie sangen langsamer, im Klang lebten sie sich geradezu aus.<\/p>\n<p>Wissen Sie, mit den Petrov\u010di\u010ds waren wir befreundet. Roman und Tone sangen in Trnovo; ich leitete damals den Kirchenchor von Trnovo, und schon damals sangen sie unter meiner Leitung.<\/p>\n<p><em>Einst schrieben slowenische Komponisten viel f\u00fcr das Oktett. Es war ihnen eine Ehre und dem Oktett ein Prestige. Haben die heutigen slowenischen Komponisten diesen Ehrgeiz noch? Kommen auf Ihren Tisch Werke, die dem Slovenski oktet gewidmet sind, mit dem Wunsch, dass es sie auff\u00fchre?<\/em><\/p>\n<p>Kaum. Der Sinn des Schaffens zeitgen\u00f6ssischer slowenischer Komponisten liegt heute darin, Werke f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Instrumentalbesetzungen zu komponieren. Die Vokalmusik interessiert sie kaum mehr. Wenn sie doch etwas f\u00fcr Chor schreiben, ist es schwer aufzuf\u00fchren, weil es zu kompliziert ist. Die heutigen Komponisten neigen mehr zur Instrumentalmusik, weil sie ihnen gr\u00f6\u00dfere Ausdrucksm\u00f6glichkeiten bietet und sie sich im modernen Schaffen besser zurechtfinden. Sie k\u00f6nnen mehr produzieren, weil ihnen der Text kein Hindernis ist. \u00dcberhaupt ist f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Komponisten der Text heute nicht mehr wichtig. Deshalb ist auch die Vokalmusik auf das Abstellgleis geschoben. Kaum ein Komponist schreibt noch f\u00fcr Chor; unter ihnen haben Ambro\u017e \u010copi, Aldo Kumar und Andrej Misson noch ein Gesp\u00fcr f\u00fcr Vokalmusik. Auch Lojze Lebi\u010d schreibt f\u00fcr Chor, ist aber \u00e4u\u00dferst anspruchsvoll in der Auff\u00fchrung.<br \/>Ich selbst erinnere mich oft daran, was Matija Tomc eifrig vertrat: \u201eWir m\u00fcssen danach streben, slowenische Musik zu schaffen, damit die Stimme f\u00fcr die slowenische Musik charakteristisch wird!\u201c<br \/>Heute aber wird das Slowenische in den Hintergrund gedr\u00e4ngt. Die Komponisten lehnen die Bezeichnung \u201eslowenischer Komponist\u201c ab, als w\u00fcrde sie sie in ihrer sch\u00f6pferischen Freiheit einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p><em>Welche Elemente kennzeichnen das heutige Slovenski oktet, sodass es unter so vielen anderen Oktetten und Spitzench\u00f6ren erkennbar wird?<\/em><\/p>\n<p>Stimmlich sind sie besser, nach der Qualit\u00e4t der Stimmen sind sie die besten; auch musikalisch sind sie \u00fcberdurchschnittlich. Sie haben selbst schon so viel Erfahrung, dass ich ihnen nicht viel beibringen muss. Diese S\u00e4nger haben bereits ihren eigenen Stil und sind manchmal vielleicht nicht meiner Meinung, aber wir sprechen dar\u00fcber, und sie passen sich an. Manchmal drehen sie auch etwas nach ihrer Art, was aber selbstverst\u00e4ndlich nicht im Widerspruch zur grundlegenden Interpretation des Werkes steht.<br \/>Ich denke auch, dass diese Besetzung die technisch beste ist, die es bisher gab; intonationsm\u00e4\u00dfig stimmt das ganz sicher. Das Wesentliche ist nat\u00fcrlich, dass sie in die Musik, die sie auff\u00fchren, Herz und Seele legen. Das erste Oktett war in diesem Sinne unnachahmlich; es bestand aus S\u00e4ngern, die schon als Jungen gesungen hatten, die unaufh\u00f6rlich und st\u00e4ndig in der Familie, in der Kirche, in der Gesellschaft, bei der Probe und nach der Probe gesungen hatten. Vor allem aber sangen sie schon drei\u00dfig Jahre zuvor in kleineren Besetzungen. Das waren S\u00e4nger durch und durch! Heute gibt es das nicht mehr, es gibt keine S\u00e4nger mehr, die \u2013 wie einst \u2013 vier- oder f\u00fcnfstimmig singen k\u00f6nnten. Das Meiste, was die heutigen S\u00e4nger im Ensemble oder in Gesellschaft schaffen, ist Gesang in Terzen mit einem Bass dazu.<br \/>Wir, unsere Generation, kannten dagegen Volks- und Kirchenlieder noch und noch \u2013 ich spielte Orgel, bevor ich Noten kannte, ich suchte mir Tasten und Pedale nach Geh\u00f6r zusammen, erst dann kam die Theorie an die Reihe.<\/p>\n<p><em>Wie gehen Sie bei der Auswahl des Programms vor?<\/em><\/p>\n<p>Bei der Auswahl des Programms gehen wir gemeinschaftlich vor. Zum Beispiel \u2013 zum f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen Bestehen des Slovenski oktet im Jahr 2001, das ein au\u00dferordentlich wichtiger Meilenstein war \u2013 einigten wir uns auf ein rein slowenisches Programm und w\u00e4hlten zehn Kunstlieder und zehn Volkslieder. Das erste Interesse \u2013 das hei\u00dft die gr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit \u2013 gilt dem slowenischen Lied; das muss das Slovenski oktet singen. Im \u00dcbrigen muss das Programm einheitlich sein, nicht planlos zusammengew\u00fcrfelt. Nat\u00fcrlich h\u00e4ngt die Zusammenstellung des Programms auch vom Anlass ab, wo und f\u00fcr wen man singt. Je nachdem, wo wir singen, versuchen wir das Repertoire mit einem Lied aus dem Ort, in dem wir gastieren, zu bereichern, wie es das Slovenski oktet immer getan hat.<br \/>Wir streben nat\u00fcrlich auch nach Neuheiten oder stellen das Programm nach Komponisten zusammen. Derzeit haben wir uns entschieden, das Programm mit einem sogenannten Seitensprung aufzulockern. Wir haben ein Programm mit Liedern einstudiert, die das ber\u00fchmte deutsche Sextett \u201eComedian Harmonists\u201c in den Drei\u00dfigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts sang. Das war eine sehr bekannte Gruppe, die sehr interessante, unterhaltsame und qualit\u00e4tsvolle St\u00fccke sang; leider waren die S\u00e4nger Juden und wurden von Hitler verfolgt. Die meisten von ihnen endeten in den Krematoriums\u00f6fen von Auschwitz. Ihre Lieder wird das Slovenski oktet in der \u00dcbersetzung singen, die Jo\u017ee Humer besorgt hat, denn das Gewicht liegt auf dem Text, und wenn der Text f\u00fcr den Zuh\u00f6rer verst\u00e4ndlich ist, ist die Aussagekraft umso gr\u00f6\u00dfer und reicht tiefer.<\/p>\n<p><em>Was pflegen Sie bei der Interpretation am meisten? Was ist Ihnen am wichtigsten, dass das Slovenski oktet dem Zuh\u00f6rer vermittelt?<\/em><\/p>\n<p>Die Hauptsache ist, dass der Gesang technisch vollendet ist und dass der Aussagewert des Textes den Zuh\u00f6rer erreicht. Das versuche ich durch \u00dcben zu erreichen; manchmal kommt es vor, dass ein Problem besonders schwierig ist. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass das Slovenski oktet seiner Natur nach ein Amateurensemble ist; die Burschen kommen aus ganz Slowenien zur Probe nach Ljubljana; sie kommen nach der Arbeitszeit, die sie jeder an seinem Arbeitsplatz absolviert haben, nicht selten sind sie m\u00fcde; all das ist sehr anstrengend. Und Proben sind auch kein Spiel, sie sind anspruchsvoll und m\u00fchevoll. In der Probe frischen wir die Lieder f\u00fcr das n\u00e4chste Konzert auf; was noch nicht flie\u00dft, wiederholen wir so lange, bis es flie\u00dft, wir stellen das Programm f\u00fcr die Zukunft zusammen und bereiten nat\u00fcrlich auch neue Programme vor. <br \/>St\u00e4ndig aber arbeiten wir weiter am Klang. Wir suchen den gemeinsamen Klang, der langsam kommt, von selbst, ohne das geringste Forcieren. Der Klang muss von selbst flie\u00dfen, in einer langen Linie, dann muss noch die Phrase musikalisch ausgearbeitet werden. Mit der Zeit gew\u00f6hnen sich die S\u00e4nger so aneinander, dass dies recht schnell \u201egeschieht\u201c.<br \/>Bei einem solchen Ensemble steht die Stimme des Einzelnen an erster Stelle. Noten kann man lernen. Wenn man aber keine Stimme hat, kann sie einem niemand schaffen.<\/p>\n<p><em>Wie erkl\u00e4ren Sie sich das Ph\u00e4nomen des Slovenski oktet? Seit es am slowenischen Gesangshimmel erschienen ist, f\u00fcllt es die S\u00e4le und begeistert das Publikum, im In- und Ausland. Auch Generationswechsel haben seinen Mythos nicht geschm\u00e4lert.<\/em><\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen des Slovenski oktet besteht darin, dass sich jenes burschenhafte Singen in idealster Form und idealstem Inhalt reproduziert.<br \/>Das Slovenski oktet hat aber auch eine negative Bedeutung; nach dem Vorbild des Slovenski oktet entstanden Hunderte von Oktetten, wodurch die M\u00e4nnerch\u00f6re erloschen. Acht bessere S\u00e4nger wollten ein Oktett gr\u00fcnden und entfernten sich vom Chor.<br \/>Das Slovenski oktet f\u00fcllt noch immer die S\u00e4le, weil es \u00fcber eine au\u00dfergew\u00f6hnliche stimmliche und musikalische Qualit\u00e4t verf\u00fcgt. Aber auch \u00fcber eine edle menschliche Eigenschaft \u2013 die S\u00e4nger des Slovenski oktet sind bescheidene Burschen, die vor allem gern singen. Sie sind auch als Menschen, als Einzelne beliebt. Mit ihrem Gesang strahlen sie eine besondere Kultur aus. Ihr Gesang ist echt und erlebt. Sie selbst erleben ihren Gesang tief, sie singen nicht nur f\u00fcr das Publikum, sondern auch f\u00fcr sich. Das Oktett gibt auch viele Benefizkonzerte.<br \/>Beim Slovenski oktet kann man von einem Mythos sprechen. Dieser wird sich halten, wenn die Burschen flei\u00dfig und gewissenhaft arbeiten und wenn, falls eine Stimme nachl\u00e4sst, diese ohne Verz\u00f6gerung ersetzt wird. Diese S\u00e4nger sind so reif, dass sie rechtzeitig f\u00fcr einen Nachfolger sorgen werden.<br \/>Der Geschmack der Zuh\u00f6rer hat sich gesch\u00e4rft. Dazu hat das H\u00f6ren von Ch\u00f6ren im Radio und Fernsehen beigetragen, ebenso das H\u00f6ren von Schallplatten und in letzter Zeit auch von CDs. Zur Sch\u00e4rfung des Gesangsgeschmacks hat aber auch das Slovenski oktet beigetragen.<\/p>\n<p>Heutzutage muss der Gesang technisch einwandfrei sein; auch im Weltma\u00dfstab ist das so. Im \u00dcbrigen \u2013 trotz allem, was ich gesagt habe \u2013 bin ich der Meinung, dass die Chormusik heute etwas vernachl\u00e4ssigt wird, auch bei den Zuh\u00f6rern. Die Leute gehen lieber in Sinfoniekonzerte. Das Chorwesen hat aber bei den lokalen Ch\u00f6ren noch gen\u00fcgend Zuh\u00f6rer, was verst\u00e4ndlich ist, wegen der Verbundenheit mit dem heimischen Chor.<br \/>Das Slovenski oktet aber ist etwas Besonderes, es ist etwas, das au\u00dferhalb des \u00fcblichen Rahmens liegt.<\/p>\n<p><em>Wie gro\u00df sind die Entwicklungsm\u00f6glichkeiten der gegenw\u00e4rtigen Besetzung noch, und wo liegen die Grenzen dieser Entwicklung?<\/em><\/p>\n<p>Auf diese Frage kann ich schwer antworten. Eine gewisse M\u00f6glichkeit gibt es noch, aber stimmlich werden sie nicht st\u00e4rker, technisch erreicht man mit \u00dcbung alles. Sie k\u00f6nnen sich noch vervollkommnen. Diese Besetzung, so wie sie jetzt dasteht, hat aber noch mindestens f\u00fcnfzehn Jahre ruhigen Lebens vor sich.<\/p>\n<p><em>Was w\u00fcrden Sie zum Abschluss sagen, Dr. Cuderman, als derzeitiger k\u00fcnstlerischer Leiter?<\/em><\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche den Burschen, dass sie durchhalten, dass sie in ihrem Leben diszipliniert sind; als S\u00e4nger m\u00fcssen sie auf vieles verzichten. Ich w\u00fcnschte, sie w\u00e4ren sich dessen bewusst und w\u00fcrden auch so leben.<\/p>\n<p>Jetzt sind sie das SLOVENSKI OKTET.<\/p>\n<p>(Ljubljana, 6. Juli 2006)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Mirko Cuderman, slowenischer Dirigent, Chorleiter, Musikwissenschaftler und Priester* 18. Juli 1930 + 27. 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