Abschied vom Ehrenmitglied Jože Banič
Veröffentlicht 23. Februar 2026
Jože Banič, Fagottist, Tenor, Pädagoge
*10. 3. 1945 + 21. 2. 2026
Mit Trauer geben wir bekannt, dass im einundachtzigsten Lebensjahr unser Sangeskollege und Freund, langjähriges Mitglied des Slovenski oktet, der Tenor Jože Banič, seinen Lebensweg vollendet hat.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Slovenski oktet
Auszug aus dem Buch von B. Pangerc: Slovenski oktet, Ljubljana, 2007
Jože Banič wurde am 10. März 1945 in Murska Sobota geboren. Im Slovenski oktet sang er den zweiten Tenor, und zwar von 1979 bis 1992 und von 1996 bis 2000.
In Murska Sobota beendete er das erste Gymnasialjahr und besuchte zugleich die untere Musikschule.
Sechs Jahre lang lernte er Violine und vier Jahre Klarinette. An der Mittleren Musikschule in Ljubljana überzeugte man ihn, zum Fagott zu greifen, das er vier Jahre lang lernte, danach fünf Jahre an der Musikakademie.
„In gewisser Weise war ich beim Fagott Autodidakt. Im ersten Jahr leistete mein Professor Korošak seinen Wehrdienst, im zweiten Jahr studierte er in Paris, im dritten Jahr überwarfen wir uns, und im vierten Jahr habe ich bereits das Diplom gemacht … Mein Diplomauftritt fand 1971 im Verband der Komponisten Sloweniens statt (Jože Skok, KRIČAČ Nr. 1, Januar/Februar 2006).“
Jože Banič spielte im Sinfonieorchester von RTV Slovenija, von 1965 bis 1997 war er Mitglied des Blasorchesters von RTV, acht Jahre spielte er im Mariborer Barockensemble, eine Zeit lang im Ensemble Slavko Osterc, dann im Kammerorchester von RTV, noch immer ist er Mitglied des Ensembles Camerata Labacensis, und man könnte noch weiter aufzählen. Im Slovenski oktet trat er 1978 die Nachfolge von Božo Grošelj an und sang siebzehn Jahre lang.
Derzeit dirigiert er aus eigener Freude die Blaskapelle von Hrastnik.
„Die erste Zeit“, nämlich im Sinfonieorchester, „ist mir in schönster Erinnerung. Und das nicht aus Nostalgie. Damals waren wir alle jung, außerordentlich leidenschaftlich und aufopferungsvoll, wir wollten das qualitätsvollste Spiel. Besondere Verdienste um diese Motivation hat Samo Hubad … Wir (im Orchester) arbeiteten sehr gut zusammen. Wir hielten zusammen, was sich besonders in der Intonation und im gemeinsamen Musizieren bemerkbar machte. Ein Orchester muss wie eine tadellose Militäreinheit funktionieren, die von einem guten Offizier geführt wird. Dafür sind bestimmte Voraussetzungen nötig. Fehlen sie, muss man gute Laune, Aufopferung und Leidenschaft erst schaffen. Unter den Mitgliedern entwickeln sich größere Freundschaften, aber auch Feindschaften und Eifersucht. Manche heiraten im Orchester sogar, kurzum, es ist ein lebendiger Organismus (ebenda).“
Zum Singen führte ihn sein Bruder Milan, der ihn 1961 zu den Proben des Primorski akademski zbor Vinko Vodopivec in Ljubljana mitnahm; in diesem Chor verbrachte er eine außerordentlich schöne Jugendzeit; er war der jüngste Sänger im Chor und wurde von den übrigen Mitsängern gewissermaßen als Maskottchen betrachtet.
1972 begann er bei Prof. Jelka Strgar Sologesang zu studieren, der er große Verdienste zuschreibt, ihm „die Stimme gesetzt“ zu haben, das heißt, ihm solide technische solistische Gesangsgrundlagen vermittelt zu haben, die ihm später beim Singen im Oktett sehr zugutekamen.
Jože Banič begeisterte sich tatsächlich so sehr, dass er sich zu einem bestimmten Zeitpunkt, als er bereits an der Musikakademie war, entweder für eine Gesangskarriere oder für das Fagott entscheiden musste.
„Oft denke ich daran, dass ich vielleicht einen Fehler gemacht habe, mich nicht voll dem Studium des Sologesangs zu widmen und das Fagott aufzugeben“, was ungewöhnlich klingt, weil das jemand sagt, der den Begriff des Fagotts in Slowenien und im Gebiet des gesamten ehemaligen Jugoslawiens verkörpert, und er fügt hinzu: „In meiner Seele war ich immer Fagottist, aber hätte der Gesang überwogen, hätte ich das Instrument aufgegeben. Tatsache ist, dass ich auch im Gesang Freude und Glück empfinde.“ Zugleich hat Jože Banič auch zur Gesangskunst ein außerordentlich geschärftes Verhältnis:
„Die Stimme ist ein göttliches Instrument, nichts kann sie ersetzen. Die Stimme hat uns Gott gegeben, und mit ihr lassen sich Gefühle am besten ausdrücken; beim Singen besonders, weil Text und Klang in einem enthalten sind.
Am meisten genoss ich im Oktett, dass wir bei jeder Aufführung auf der Bühne musizierten. Wir gaben stets unser Bestes, sowohl im Ausdruck als auch im Klang, und entsprechend war auch die Reaktion des Publikums beim Konzert.
Das Singen rief in mir eine unsagbare innere Zufriedenheit hervor, wenn Seele und Herz zu spielen beginnen und man sich einem ekstatischen Zustand nähert. Solche Momente können länger oder kürzer sein, mit keinem Geld der Welt aber lassen sie sich bezahlen.“
Jože Banič begegnete dem Slovenski oktet zum ersten Mal 1967. In Slovenj Gradec fand eine Feier der Organisation der Vereinten Nationen statt, bei der auch das Slovenski oktet mitwirkte: „Als ich sie hörte, stellte ich augenblicklich fest, dass dies Spitzengesang war, und mir lief es eiskalt über den ganzen Körper.“
Das Schicksal wollte es, dass auch Banič selbst unter die Protagonisten solcher Empfindungen geriet, als Božo Grošelj 1978 das Oktett verließ.
„Ja, die Lücke nach Grošelj zu füllen war außerordentlich schwer. Damals war das Slovenski oktet erstklassig, dann änderte sich die Hälfte der Besetzung. Anton Nanut engagierte sich damals außerordentlich, um mit der neuen Besetzung die frühere Spitzenqualität zu erreichen. Wir hatten fünfmal pro Woche Proben von 17.30 bis 19.30 Uhr, und wir arbeiteten alle sehr engagiert.“ Die Kreativität des Oktetts spiegelte sich am stärksten in den Konzertprogrammen wider. „Das Oktett war am stärksten in der Vielfalt der Programme. Es hatte eine solche Qualität der Sänger, dass sie alle Stile beherrschten und ein Konglomerat von Stilen perfekt aufgeführt werden konnte. So konnte jeder Zuhörer etwas für sich finden, alle zusammen aber konnten die Qualität der Aufführung der Stücke genießen.“
Mit der Zeit, in der Jože Banič im Slovenski oktet sang, ist untrennbar auch sein Fagott verbunden.
Das Slovenski oktet, Jože Banič und sein Fagott schrieben gemeinsam eine bleibende und einmalige Geschichte.
Der Komponist Pavel Mihelčič schuf zum 35-jährigen Bestehen des Oktetts auch ein besonderes Stück, „Kost“, in das er auch das Fagott einflocht.
„Das Stück ist konzeptionell (in seiner Anlage) und kompositorisch außerordentlich interessant. Als Innovation hatte es ein außergewöhnliches Echo. Für Musikkritiker wie auch für Zuhörer war ein Stück, das Spitzengesang und das Fagott als Soloeinlage enthielt, eine wahre Entdeckung. Wir führten es 132 Mal auf. Überall auf der Welt fand es eine schöne Resonanz. In den Vereinigten Staaten von Amerika erhielt ich von Fagottisten viele Glückwünsche.“
Jože Banič und sein Fagott bildeten beim Slovenski oktet eine besondere Symbiose.
„Ich habe nicht nur im Oktett gesungen, sondern auch im Rundfunkorchester gespielt und als Solist im In- und Ausland konzertiert. Auf die Tourneen mit dem Oktett nahm ich immer das Fagott mit und übte regelmäßig und beharrlich, damit ich nach unserer Rückkehr wieder in anständiger Form zum Orchester stoßen konnte. Es war anstrengend, manchmal angespannt, aber nie kritisch.“
Mit seiner Hingabe an die Musik gelang es Jože Banič, Hindernisse und Fallstricke zu überwinden. Mehr noch – als Nanut 1996 begann, Sänger für das neue Oktett zu sammeln, sprang er gewissenhaft zur Hilfe und trug mit seiner Erfahrung und dem sängerischen Kapital, das er in sich trug, wesentlich dazu bei, dass das Slovenski oktet neue Wurzeln schlug.
„Es ist gut, dass das Slovenski oktet diese Tradition fortsetzt, denn es ist und bleibt etwas Besonderes. Das Slovenski oktet war immer Zielscheibe von Kritik, Missgunst, Neid … wir wissen ja, wie das bei den Slowenen ist. Aber das Slovenski oktet war immer das beste und wird das beste sein.
Ich denke, dass das Slovenski oktet jetzt an einem Scheideweg steht, und für die Zukunft sehe ich zwei Varianten: Entweder es erreicht eine institutionelle Unterstützung, die es von allen finanziellen Sorgen befreit, sodass es in Ruhe weiter seine Spitzenqualität verfolgen kann, oder es gelingt ihm, sich marketingmäßig gut zu etablieren und eine angemessene Unterstützung aus der slowenischen Wirtschaft zu erhalten.
Unbestreitbar und einzigartig bleibt aber: Wo immer es erklingt, werden die Menschen von der Schönheit des Klangs verstummen!“
(Ljubljana, 23. Juni 2006)
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